Konzeption der Einrichtung

Situationsbeschreibung

Seit der Schließung der DGH Gaststätte im Januar 2015 gibt es im Dorf Röddenau keine Dorfkneipe mehr. In den letzten Monaten wurde dieser Verlust häufig beklagt und der Wunsch nach einer Alternative geäußert. Bis zur Erstellung dieses Konzeptes wurden von Vereinen und Privatpersonen mehrere, alternative Ideen entwickelt und geprüft. Dazu gehörten die Prüfung vorhandener Räumlichkeiten und die Erweiterung in dem DGH. Im Rahmen der Bürgerwerkstätten der Stadt Frankenberg und durch die dadurch entstandene Bürgergruppe „Nutzung DGH Röddenau“ fiel schließlich die Entscheidung, vorhandene Räumlichkeiten in der sogenannten „Kegelschänke“ in Röddenau zukünftig als Dorfkneipe und als Dorfcafe in einem Ehrenamtskonzept zu nutzen.

Die „ehemalige Kegelschänke“

Die „Kegelschänke“ in Röddenau befindet sich im DGH im Untergeschoss und beherbergt 2 Kegelbahnen und einen kleinen Gastbereich mit 23 Sitzplätzen, einer Miniaturküche von ca. 5qm, Lager und Kühlraum, sowie einer Terrasse. Das Gebäude nebst Einrichtung ist mehr als 30 Jahre alt und braucht eine grundlegende Renovierung. Seit vielen Jahren wird der angrenzende Vereinsraum für die Probenarbeit der Röddenauer Vereine genutzt. Der Erhalt und die Weiterentwicklung der „Kegelschänke“ ist für das Dorf Röddenau von besonderer Bedeutung.

Die neue Dorfgastronomie

Die bestehenden Räume sollen modernisiert und erweitert werden, um einen gemütlichen Treffpunkt mit interessanten gastronomischen Angeboten zu schaffen. Die Planungsgruppe „Einrichtung“ hat für den Innenbereich ein Einrichtungskonzept erarbeitet und für den Außenbereich eine Vorplanung erstellt.

a) Grundriss und Räumlichkeiten
Die geplante „Dorfkneipe“ bietet eine Grundfläche von ca. 160 qm + 2 Kegelbahnen. Auf einen Küchenbetrieb für die Kneipe wird aus Kostengründen bewusst verzichtet und die Küche nur für den Cafe-Betrieb vorgesehen. Der Eingangsbereich des Gastraumes erhält einen Windfang.

b) Innenhof und Parkplätze
Der Innenhof kann als Terrasse oder Biergarten genutzt werden. Hierzu sind grundlegende bauliche Maßnahmen erforderlich. Parkplätze sind auf dem Gelände des DGHs ausreichend vorhanden.

c) Zuwegungen und Fluchtwege
Der barrierefreie Haupteingang der Gaststätte soll über den Innenhof erfolgen. Hierzu muss ein entsprechender Zuweg über den Parkplatz erfolgen. Die Fluchtwege sind in dem DGH-Konzept festgeschrieben.

d) Eigentumsverhältnisse
Eigentümerin des DGHs“ ist die Stadt Frankenberg. In Vorgesprächen konnte mit Vertretern der Stadt Frankenberg Zuspruch für die geplante Maßnahme erlangt werden. Der Ausbau der bestehenden Räumlichkeiten führt zu einer Wertsteigerung der gesamten Immobilie und damit zu einer Win-Win-Situation, sowohl für das Dorf Röddenau, als auch für die Stadt Frankenberg. Die Nutzung für das Dorf soll durch einen langfristigen Pachtvertrag sichergestellt werden.

e) Trägerstruktur
Als Bauherr und Träger der Maßnahme agiert der „Förderverein der Dorfgemeinschaft Röddenau e.V.“, der am 17.02.2016 gegründet worden ist. Der Förderverein wird künftig die Dorfkneipe im Ehrenamtsbetrieb betreiben und sieht es als seine Aufgabe an, die vereinsübergreifende Zusammenarbeit zu vernetzen und das bürgerschaftliche Engagement im Dorf Röddenau zu unterstützen.

f) Gaststättenbetrieb
Die Gaststätte wird als Ehrenamtskneipe betrieben. Das Ehrenamtskonzept verteilt die Last auf die Schultern von über 70 Wirt/innen und reduziert die Personalkosten erheblich.

Betreiberkonzept

Das Projekt Dorfkneipe kann auf eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung zurückgreifen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung am 25.11.2015 wurde das Projekt vorgestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn mittlerweile haben sich

… mehr als 70 Helfer/innen und Wirte/innen für das Cafe bzw. die Kneipe eingetragen

… 21 Mitbürger/innen für die weiteren Planungen angemeldet

… 20 Röddenauer/innen zur Hilfe bei den anstehenden Umbaumaßnahmen bereit erklärt.

Die „Neue Dorfkneipe“ öffnet Freitag und Samstag als Eventkneipe und am Sonntag als Dorf-Cafe. Eine wichtige Zielgruppe werden die Radfahrer sein. Für diese sollen ausreichend Fahrradständer, eine Fahrradpumpe und Ladestationen (für E-Bikes) zur Verfügung stehen.

Geplant sind Kooperationen mit Restaurants, eine Vinothek, Abende mit „Promiwirten“, Lesungen…

Herausforderung und Chance

Unbestritten ist dieses Projekt eine echte Herausforderung. Gleichzeitig ist es eine große Chance, neben der wichtigen Erhaltung und Stärkung der dörflichen Infrastruktur das „Wir-Gefühl“ des Dorfes Röddenau vereinsübergreifend zu stärken. Der Umbau wird gelingen, wenn sich viele Mitwirkende einbringen, ob jung oder alt, sei es ideell, finanziell oder handwerklich.

Ganz wichtig ist die Unterstützung des Projektes durch den Zuschuss von Fördermitteln, um das Projekt finanziell tragfähig zu machen.